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1

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 13:59

Fragen zu PTGui - Optimizer

Hallo zusammen,

ich verstehe den Optimizer nicht so wirklich.

Wenn ich nach dem zusammen setzen der einzelnen Fotos über "Align images..." fertig bin lese ich in fast jedem Tutorial das ich noch den Optimizer ausführen soll.

Jedoch da fangen die Probleme an.

Als Beispiel ein Panorama aus 6 Bildern.

Unter Optimizer gibt es nun, nicht im Advanced Modus die Möglichkeit

Anchor image: Immer Image 0 ausgewählt (Vermutlich das führende Bild nach dem die andern ausgerichtet werden sollen")

Optimize lens Field of View ? (Vermutlich optimiere Blickwinkel) wann soll dies gesetzt werden?

Minimize lens distortion: wann Medium oder Heavy oder Heavy + lens shift (Was soll dies überhaupt bedeuten?)

Wenn ich nun nach dem "Align images..." mit den Einstellungen Haken bei Optimize lens Field of View + Minimize lens distortion: Medium

Ergebnis: This is not so good

dann mit Wenn ich nun nach dem "Align images..." mit den Einstellungen Haken bei
Optimize lens Field of View + Minimize lens distortion: Heavy

Ergebnis: This is not so good

dann aber mit Wenn ich nun nach dem "Align images..." mit den Einstellungen Haken bei
Optimize lens Field of View + Minimize lens distortion: Heavy + lens shift

Ergebnis: This is not so good

Was wird da überhaupt Optimiert?

Kommen da neu Kontrollpunkte hinzu und schlecht werden gelöscht?

Oder werden alle Kontrollpunkte neu gesetzt?

Danke für eure Hilfe!

2

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 15:05

Zitat

Wenn ich nach dem Zusammensetzen der einzelnen Fotos über "Align images..." fertig bin, lese ich in fast jedem Tutorial, dass ich noch den Optimizer ausführen soll.


Das mache ich erst dann, wenn ich z.B. einzelne CPs oder welche im Block bei ziehenden Wolken gelöscht habe. Oder wenn in zwei benachbarten Bildern gar keine CPs automatisch gesetzt wurden und ich manuell welche eingefügt habe. Oder nach dem Setzen von vertikalen CPs.

Ich nutze aber häufig: "Delete worst control points".

Die Beantwortung der nächsten Fragen interessiert mich auch.

3

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 17:34

Also ich gehe davon aus, dass man nur optimieren sollten, wenn das Ergebnis (noch) nicht passt. Die Auswahl "Heavy + lens shift" habe ich zu spät entdeckt, dies hätte mir bei meinen ersten Panoramen viel Arbeit erspart. Die Übersetzung "Linesenverzerrung minimieren" sagt ja schon einmal viel. Ich denke, dass PTGUI uns fragt, ob die vorliegenden Bilder einer starken Verzerrung unterliegen. Je nachdem wie unsere Antwort ausfällt, "darf" PTGUI Optimierungen vornehmen. In der stärksten Auswahl darf er die Teilbilder zusätzlich noch "in sich" verschieben, wenn zum Beispiel der Nodalpunkt nicht gut erwischt worden ist. Ich nutze eigentlich immer "heavy + lens shift", frage mich allerdings, wann die anderen Auswahlmöglichkeiten ein besseres Ergebnis liefern können. Dass das Ergebnis bei dir aber noch immer so schlecht ausfällt, ist sicher not so good. Ich würde hier, wie schon erwähnt, schlechte Kontrollpunkte löschen.

Was ich mich immer frage; Warum werden Kontrollpunkte im äußeren und verzerrten Bereich meiner Bilder eigentlich nie gut bewertet. Was genau bedeutet die gezeigte "Abweichung" (min, max, avg) bei den Kontrollpunkten. Obwohl derartige Kontrollpunkte ein gutes Ergebnis abliefern, werden sie schlecht bewertet. Warum ist es so? Und bekomme ich nur eine exzellente Bewertung meiner Kontrollpunkte, wenn ich so viele Bilder und Reihen schieße, dass die äußeren und verzerrten Bereiche überhaupt nicht benutzt werden müssen? Solange das Ergebnis stimmt, ist mir es eigentlich egal. Interessieren tut es mich aber trotzdem. :)

Viele Grüße
Oli

/edit: Meine Anmerkungen sind bitte immer als Frage zu verstehen, eventuell ist es nicht immer erkennbar.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Oli« (23. Oktober 2013, 17:42)


4

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 17:40

Der Optimizer ist ein Rechenknecht, der aus gegebenen Werten ein möglichst optimales Panorama erzeugen soll.
Bei der Erstellung von Kugelpanoramen gibt es eine Menge von Parametern zu berücksichtigen und zu berechnen. PTGui versucht, auch denen gerecht zu werden, die nicht manuell in die Kontrollpunkte eingreifen wollen, oder noch nicht so genau wissen, was es dort zu tun gibt. Vermutlich wurde der Simple Mode für diese Zielgruppe programmiert. Was da im Einzelnen geschieht, und welche Funktion jeder Schalter an der linken Seite hat, das weiß ich nicht so genau. Ich verwende ausschließlich den Advanced Mode.
Mit dem Button "Align" werden Kontrollpunkte im gesamten Panorama ermittelt, und der Optimizer versucht, diese mit möglichst geringen Abweichungen zusammen zu bringen. Das ist nicht einfach, denn die Bilder können auf sehr unterschiedliche Weise fehlerbehaftet sein. Am schlimmsten, wenn bei der Aufnahme nicht um den korrekten Punkt gedreht wurde, und die Bilder an den Übergängen unterschiedliche Inhalte (Parallaxenfehler) haben. Grundsätzlich muss PTGui auch wissen, ob die Bilder mit einem Fisheye oder mit einem geradlinig abbildenden Objektiv aufgenommen wurden. Beide Projektionsarten sind so unterschiedlich, dass dafür völlig andere Formeln verwendet werden müssen.
Geradlinig abbildende Objektive tun dies in der Regel nicht so ideal, dass man immer davon ausgehen kann, dass gerade Linien auch wirklich gerade sind. Insbesondere bei Zoomobjektiven gibt es tonnen- oder kissenförmige Verzeichnungen, die beim Zusammensetzen einer Sphäre berücksichtigt werden müssen. Die ohnehin notwendige Verformung der Einzelbilder muss also optimiert werden. Vermutlich sind einige Haken dafür, diese Korrekturen zu beeinflussen. Schwierig wird es bei Objektiven, die eine gemischte, also wellenförmige Verzeichnung erzeugen. Solche Bilder sollte man entweder nicht für Panoramen verwenden, oder die Welle vorher mit geeigneter Software (z.B. PTLens) korrigieren.

Beim automatischen Ermitteln der Kontrollpunkte kann es ebenfalls zu einer Reihe von Fehlern kommen. Nach dem ersten Durchlauf des Optimizers werden alle diese Punkte verwendet und optimiert. Das Ergebnis kann good oder bad in allen seinen Abwandlungen sein. Bei jedem nachträglichen Optimieren wird nicht die vorherige Berechnung wiederholt, sondern aufgrund der vorhandenen Situation neu gerechnet. Die gefunden Kontrollpunkte werden dabei nicht angetastet, sondern es wird nur versucht, sie aufgrund aktueller Optionen möglichst gut in Einklang zu bringen. Ein mehrfaches Optimieren kann jedesmal geringfügig andere Ergebnisse erzeugen, die stets ein wenig besser werden als das vorige.

Nun ist das Programm nicht imstande, Bildinhalte zu erkennen oder gar zu bewerten. Außerdem kann es vorkommen, dass ähnlich aussehende Bildbereiche miteinander verknüpft werden, ohne dass sie wirklich zusammen gehören. Das ist manchmal bei Wiederholungsmustern, Tapeten, Teppichen, Fliesen oder Rolläden so. Oft ist es so, dass das nur einzelne Punkte betrifft. Je mehr Kontrollpunkte ein Bild enthält, um so weniger fallen die Fehlerpunkte ins Gewicht. Dennoch zerren sie das Einzelbild in eine verkehrte Richtung. Das Ausmerzen dieser Punkte kann man in der Contol Point Table machen, indem man die Punkte mit sichtbar großen Ausreißerwerten einfach löscht. Nach dem Löschen müssen die verbleibenden (hoffentlich korrekten) Punkte neu optimiert werden, ohne dass die falschen Punkte dabei stören. Also drückt man nach jeder Änderung der Kontrollpunkte einmal auf "Optimize now" oder einfach auf <F5>.

In vielen Fällen reicht die Qualität der Punkte nach dem Entfernen der Ausreißer. Manchmal aber auch nicht. Weil das Programm die Bilder nicht beurteilen kann, muss der Fotograf nun alle Punkte löschen, die eine mindere Qualität haben. Das sind meist die Punkte, die sich auf bewegten Motiven (Menschen, Wasser, Pflanzen, Wolken, Schiffe usw.) befinden. Und wieder wird neu optimiert.
Nach dem Löschen der schlechten Punkte kann es vorkommen, dass einige Bilder zu wenige Kontrollpunkte haben, oder dass die vorhandenen Punkte zu ungünstig (z.B. nur in der Bildmitte) sitzen. Dann ist es ratsam, in den Randbereichen einige manuelle bzw. halbautomatische Punkte zu erzeugen, gerade dann, wenn es an diesen Stellen noch sichtbare Stitchingfehler gibt.

Zum Einpflegen des Nadirbilds, das oft schräg aufgenommen wird (siehe auch "Viewpoint"-Funktion), optimiere ich erst alle anderen Bilder. Die sollen durch das Nadirbild auch nicht mehr verformt werden. Also nehme ich bei diesen Bildern sämtliche Haken raus, auch die globalen Optionen (Haken an der linken Seite), und lasse sie allein beim Nadirbild drin. Damit stelle ich sicher, dass jetzt nur noch das eine Bild verformt und angepasst wird.

Der Optimizer hat also wirklich eine Menge zu rechnen, und wartet nur darauf, dass die Punkte, die er optimieren soll, eine möglichst hohe Qualität haben.
Gruß vom pano-toffel

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pano-toffel« (23. Oktober 2013, 17:46)


5

Mittwoch, 23. Oktober 2013, 18:56

Super erklärt wieder mal! Danke! :thumbsup:

6

Mittwoch, 23. Juli 2014, 08:02

:] Nach dem ich bei meinen letzten versuchen so gefrustet war das ich kein Bock mehr hatte, habe ich mich diese Woche mal wieder an das Thema heran gewagt. Und da stolpere ich doch glatt über einen Thread von mir.

Danke nachträglich für eure Antworten! :thumbsup:

7

Mittwoch, 23. Juli 2014, 12:04

Willkommen zurück! :-)
Gruß vom pano-toffel

8

Mittwoch, 23. Juli 2014, 20:50

Anwendung des Optimizers

Vielen Dank für die tolle umfangreiche Erklärung.

Da habe ich wieder viel gelernt. Vorher wusste ich nicht, ob man den Optimizer öfters laufen lassen sollte und an welcher Stelle des Workflows man ihn einsetzen sollte. Auch habe ich ein bisschen Probleme mit dem Nadirbild. Bisher habe ich es immer direkt mit optimiert. Also werde ich mal versuchen, das Nadirbild alleine optimieren zu lassen.

Gruß
compinaut

9

Mittwoch, 23. Juli 2014, 21:37

Nach ungefähr hundert Kugelpanos bekommst Du einen kleinen Eindruck, was PTGui leisten kann. Es ist schön, dort immer wieder neue Dinge zu entdecken, die das Ergebnis weiter verbessern. Ich kann gut verstehen, wenn man bei den ersten Panos zu ungeduldig ist. Dranbleiben lohnt sich! Ich arbeite etwa seit 5 Jahren mit PTGui, und entdecke immer noch Methoden, die ich bisher nicht kannte. Ich liebe dieses Software-Juwel!
Gruß vom pano-toffel

ekki

Super-User

Beiträge: 311

Wohnort: Mittlerer-Neckarraum

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10

Freitag, 25. Juli 2014, 12:55

Super erklärt wieder mal! Danke! :thumbsup:


Dem Dank schließe ich mich an. Den Optimizer nutzte ich seither auch immer, aber wohl doch nicht so passend wie oben beschrieben und das nun schon seit 2002.
Dieses Forum hier ist schon der Quell für Hintergrundinfos und news. :thumbup: meinen Dank.
Freundliche Grüße Ekkehard
Mamiya645|Canon|Sony|Panasonic - 8-600mm + Altglas |Canon Fisheye 8-15mm|Mamiya645 24mmFisheye

11

Montag, 28. Juli 2014, 09:44

Hallo zusammen,



Kommen da neu Kontrollpunkte hinzu und schlecht werden gelöscht?

Oder werden alle Kontrollpunkte neu gesetzt?

Danke für eure Hilfe!



Nein

PTGUI macht automatisch folgendes:

1. bilder analiesieren
2. control points setzen ,
3. feine tuning von CP
4. optimieren
5. Zusamenfügen - blending : luminanz , chrominanz
6 neues bild rechnen
7 speichern

( habe was vergessen?)


wenn automatiches bild optimierst, passiert nichts , da das bild bereits optimiert wurde und die ausgangsdaten zum reoptimieren sind die selben.

erst wenn händisch irgendwie CP änderst ( durch löschen , einfügen) optimierung hätte sinn.

Also durch optimieren wird das ganze bild ab dem schritt 4 nochmals gerechnet.
Nicht immer die automatisch eingesetzte CPs führen zum besten ergebniss , besonders bei schwierigen motiven ( bewegung , monotone fläche)

kurz : optimierung hat sinn, wenn irgendwass händisch eingetragen/verädnert wurde.

12

Montag, 28. Juli 2014, 10:46

Je nachdem. Unter Projekt Settings kann eingestellt werden, was nach dem Drücken des Align Images Buttons passieren soll.